MARKT-ANALYSE
11.08.2025

DAX: Chance auf höhere Dynamik zerstört?

Gelingt Deutschland im zweiten Halbjahr endlich eine deutliche Wirtschaftsbeschleunigung, die die Börsen beflügelt? Die jüngsten Daten untermauern das nicht unbedingt.

Schaut man auf die aktuellen Wirtschaftsdaten, stellt sich die berühmte Frage, ob das Glas jetzt halbvoll oder halbleer ist. Die Einkaufsmanagerindizes zu Industrie und Dienstleistungen in Deutschland und der Eurozone haben die US-Zolloffensive in den letzten Monaten ganz gut verkraftet und sind nicht wieder abgesackt. Deutlich gestiegen sind sie aber auch nicht mehr, und sie bewegen sich daher immer noch nah an der Stagnationsmarke. Hat Trump die erhoffte höhere Dynamik damit abgewürgt?

Momentum ist verloren

Die Einkaufsmanagerindizes der Industrie liegen in Deutschland und der Eurozone aktuell deutlich über dem Zwischentief aus dem letzten Herbst – das ist ein klares Indiz dafür, dass sich die Lage beim größten konjunkturellen Krisenherd merklich verbessert hat. Zugleich stagnieren die Stimmungsbarometer aber auch seit fünf Monaten mehr oder weniger auf dem erreichten Niveau. Das zeigt, dass die Industrieerholung auf dem Kontinent mutmaßlich wegen des Trumpschen Dauerfeuers das Momentum verloren hat.

USA profitieren nicht

Die USA sind aber kein Profiteur diese Entwicklung – folgt man den Industrie-Einkaufsmanagerindizes, ist eher das Gegenteil der Fall. Das US-Barometer ist im Juli überraschend auf ein frisches Neunmonatstief gefallen. Die Verunsicherung, die aus der protektionistischen und erratischen US-Politik resultiert, entfaltet möglicherweise auch in der amerikanischen Wirtschaft Bremseffekte. Einen harten Beleg dafür liefert der Arbeitsmarkt mit sehr schwachen Daten für die Monate Mai bis Juli. Trump löst dieses Problem auf seine typische Art und Weise, nämlich, indem er einfach mal die Chefin der Behörde feuert und ihr eine Fälschung der Zahlen vorwirft. Sollte die Wirtschaft tatsächlich abkühlen, wird ihm das aber auch nicht helfen.

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Fazit

In den letzten Monaten konnte man sich durchaus wundern, wie gut die Realwirtschaft die amerikanischen Politikkapriolen verkraftet. Letztlich ist es aber auch möglich, dass das Wachstumstempo in Europa ohne die Zollturbulenzen (wegen der kräftigen Zinssenkungen) längst höher wäre. Es bleibt zu hoffen, dass mit dem Zolldeal jetzt Ruhe einkehrt und dass die Belastungen für Europas Unternehmen immer noch so verkraftbar sind, dass der Investitionsmotor mehr Fahrt aufnimmt. Das wäre ein positives Szenario für den DAX und unsere Depotauswahl.

Seit seiner Auflage im Juni 1999 hat das Musterdepot des Anlegerbriefs bereits eine Rendite von 3.032 % erzielt, während der DAX im gleichen Zeitraum um 349 % gestiegen ist (Stand 11.08.2025, 17:45 Uhr).

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