MARKT-ANALYSE
06.10.2025

Zinsen: Mal wieder ein Shutdown

Die USA sind mal wieder im Shutdown, weil das politische Kräftemessen zwischen Republikanern und Demokraten eine Budgeteinigung verhindert hat. Die Märkte lässt das kalt – eine gute Nachricht auch für unser Musterdepot, das aktuell auf ein frisches Jahreshoch gestiegen ist.

Trump schert sich wenig um Regeln und regiert am liebsten per Dekret – aber die Demokraten haben einen Hebel, um den Präsidenten unter Druck zu setzen: Die gesetzlich festgelegte Schuldenobergrenze. Üblicherweise wird diese immer wieder an den wachsenden Schuldenstand angepasst, aber dafür braucht es meist einen Minimalkonsens zwischen Regierung und Opposition. Aktuell haben die Parteien diesen mal wieder nicht gefunden.

Immer mal wieder ein Shutdown

Einer Anhebung der Schuldenobergrenze muss u.a. der US-Senat mit 60 Stimmen zustimmen, die Republikaner verfügen aber derzeit nur über 53 Sitze und konnten bislang nicht genügend Demokraten von einem Haushaltskompromiss überzeugen. Wenn das Limit erreicht ist, kommt es, wie in der letzten Woche, zum sogenannten Shutdown, dann werden nur noch die elementarsten öffentlichen Dienste des Bundes aufrechterhalten. Einen solchen Teil-Stillstand hat es in den letzten Jahrzehnten immer mal wieder gegeben, den längsten davon – über 35 Tage – in Trumps erster Amtszeit.

Anleger nicht beunruhigt

Das verdeutlich schon, dass unter Trump die Uhren etwas anders ticken, denn der aktuelle Präsident setzt extrem stark auf Polarisierung, was die Fronten verhärtet. Auch jetzt, im Shutdown, sind von ihm vor allem Drohungen gegen die Demokraten zu hören. Wie und wann ein Kompromiss gefunden werden kann, ist vor diesem Hintergrund schwer zu sagen. Die Märkte reagieren aber recht routiniert darauf und ignorieren den Konflikt bislang. Selbst bei den Zinsen von US-Staatsanleihen, die am ehesten von der künstlichen Krise berührt werden sollten, hat sich nichts getan. Die Zinsstrukturkurve ist aktuell sogar nahezu deckungsgleich mit dem Verlauf von Anfang September.

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Fazit

Der Shutdown beunruhigt die Anleger nicht besonders, denn es wird damit gerechnet, dass es früher oder später zwangsläufig zu einer Einigung kommt – selbst unter Trump sollte sich daran nichts geändert haben. Bondinvestoren ist es vielleicht sogar Recht, dass um den Haushalt stärker gerungen wird, weil für sie die ausufernde Verschuldung der größte Risikofaktor ist. Allerdings scheint fraglich, ob Trump wirklich am Ende Massenentlassungen und drastische Kostenkürzungen zur Budgetkonsolidierung durchzieht.

Kommt es, wie immer, zu einem Kompromiss üblicher Prägung, wäre das gut für die Börsen und unser Musterdepot, das gerade wieder kräftig Fahrt aufgenommen und ein neues Jahreshoch markiert hat. Seit seiner Auflage im Juni 1999 hat das Musterdepot des Anlegerbriefs bereits eine Rendite von 3.171 % erzielt, während der DAX im gleichen Zeitraum um 355 % gestiegen ist (Stand 06.10.2025, 16:30 Uhr).

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