MARKT-ANALYSE
02.03.2026

Öl: Die nächste Trump-Krise

Trump macht, was er will, und stürzt immer mal wieder den ein oder anderen Markt in den Krisenmodus. Jetzt hat es den Ölmarkt erwischt – wird auch das nur ein kurzes Intermezzo?

Die willkürliche Trump-Politik hat den nächsten Markt in den Krisenmodus gestürzt: Seit dem Dezembertief hat der Ölpreis in der Spitze um mehr als 35 % zugelegt. Und das, obwohl die Versorgungslage eigentlich gut ist. Aber am Markt geht die Angst um, dass die US-Attacke auf den Iran zu einer Eskalation der Lage und zu einer Störung der Ölexporte aus dem Nahen Osten führen wird. Wie immer bei Trump scheint das durchaus möglich, es muss aber nicht so kommen.

Weiter wachsendes Überangebot

Die US Energy Information Administration (EIA) hat jüngst ihren Datensatz zur Versorgungslage am globalen Ölmarkt leicht angepasst. Während die Produktionserwartung für das laufende Jahr geringfügig, von 107,7 auf 107,8 Mio. Barrel pro Tag (mb/d) angehoben wurde, ist die Aufwärtsrevision für 2027 deutlicher ausgefallen, nämlich von 108,2 auf 108,8 mb/d. Da die Werte zum weltweiten Konsum (104,8 und 106,1 mb/d) unverändert geblieben sind, ergibt sich daraus ein weiter wachsendes Überangebot am Ölmarkt.

Mittelfristige Folgen schwer abzuschätzen

Das gilt aber nur unter der Voraussetzung, dass es keine größeren Schocks an diesem Markt gibt – und das ist keineswegs gewiss. Denn die USA haben zusammen mit Israel den Iran attackiert, und die verbliebene politische Führung des Iran könnte nun, neben Gegenattacken in der Region, die Straße von Hormus ins Visier nehmen. Diesen Meeresengpass, den der Iran relativ leicht blockieren kann, muss ein substanzieller Teil der Ölexporte aus dem Nahen Osten passieren. Damit würde das globale Ölangebot schlagartig verknappt. Allerdings würde der Iran damit auch die Nachbarstaaten brüskieren und eine Ausweitung des Konflikts riskieren.

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Fazit

Somit gibt es eine große Unbekannte am Ölmarkt: Wagt der Iran die große Eskalation? Am Ölmarkt wird dieses Risiko, das mutmaßlich mit noch deutlich höheren Ölpreisen einhergehen würde, derzeit teilweise eingepreist. Eine weitere Eskalation wäre auch für die Aktienmärkte riskant, aber wie so oft bei Trump könnte es am Ende doch nicht so schlimm werden, wie befürchtet. Dann wäre die aktuelle Krise mal wieder eine Einstiegsgelegenheit – auch bei unserer Musterdepotauswahl, die nach einer sehr starken Entwicklung im bisherigen Jahresverlauf nun marktbedingt konsolidiert.

Seit seiner Auflage im Juni 1999 hat das Musterdepot des Anlegerbriefs bereits eine Rendite von 3.436 % erzielt, während der DAX im gleichen Zeitraum um 363 % gestiegen ist (Stand 02.03.2026, 12:50 Uhr).

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