MARKT-ANALYSE
27.04.2026

Zinsen: Geänderte Sachlage, aber keine Inflationspanik

Mit dem Comeback der Inflation rückt auch die Zinsentwicklung wieder in den Fokus. Panik an den Märkten ist nicht erkennbar, das ist auch für unsere Depotauswahl eine gute Nachricht.

Mit dem Irankrieg und der Sperrung der Straße von Hormus, die einen kräftigen Preisschub bei Rohöl bewirkt hat, hat sich die Inflationslage wieder deutlich geändert. Während die Entwicklung vorher recht stabil war, ziehen die Preise jetzt wieder stärker an. Am US-Bondmarkt – und auch in Deutschland – hat das zu einem signifikanten Renditeanstieg geführt. Insgesamt ist die Einpreisung der Risiken aber ohne Panik erfolgt, was auch Rückschlüsse zu den weiteren Erwartungen der Anleger erlaubt.

Inflation zieht an

In der Eurozone ist die Inflation in den letzten zwölf Monaten um die Zielmarke von 2 % gependelt. Wegen der Folgewirkungen des Irankriegs scheint diese Phase vorbei, im März hat sich die Preissteigerungsrate jedenfalls bereits auf 2,6 % beschleunigt. Und obwohl die USA bei der Energieversorgung robuster aufgestellt sind als Europa, sind auch in Übersee die Folgen deutlich sichtbar: Nachdem sich die Inflation gerade beruhigt hatte, von 3 % im letzten September auf 2,4 % im Februar, folgte jetzt ein Sprung auf 3,3 %.

Renditen gestiegen, aber nicht kritisch

Am Anleihenmarkt hat das zu einer markanten Trendwende geführt. Die Renditen von US-Bonds waren im Februar zunächst deutlich gefallen, haben dann aber nach Kriegsausbruch kräftig zugelegt. Das allerdings nur bis Ende März. Die Aussicht auf mögliches Ende der Kampfhandlungen sorgte im Anschluss für eine Korrektur, insgesamt hat sich die US-Renditekurve damit ein ganzes Stück nach oben verschoben. Die kritische Marke von 5 % bei 30-jährigen Bonds, deren Überschreiten wegen technischer Aspekte einen Ausverkauf bei Langläufern auslösen könnte, ist bislang aber nicht gefährdet.

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Fazit

Die Inflation hat wegen der Kriegsfolgen wieder angezogen und am Anleihenmarkt hat das zu fallenden Kursen und steigenden Renditen geführt. Insgesamt sind die Aufschläge aber relativ moderat. Das deutet an, dass die Anleger zwar mit spürbaren, aber nicht massiven und vermutlich auch zeitlich begrenzten Folgen rechnen. 

Da Trump wegen der Midterm-Wahlen ein großes Interesse daran hat, den Konflikt vom Tisch zu bekommen, scheint das auch das wahrscheinlichste Szenario – und das wäre für unsere Depotauswahl ebenfalls positiv. Das Risiko ist allerdings, dass sich das Pokerspiel um einen Deal zu lange zieht, sich die Inflationsspirale erneut verselbständigt und Zinserhöhungen erfordert.

Seit seiner Auflage im Juni 1999 hat das Musterdepot des Anlegerbriefs bereits eine Rendite von 3.394 % erzielt, während der DAX im gleichen Zeitraum um 353 % gestiegen ist (Stand 27.04.2026, 12:30 Uhr).

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